Die Sprache entlarvt die Haltung dahinter

In den Situationen im Training-on-the-Job bei denen ich als Trainer/Coach Berater bei ihren Gesprächen live begleite sind immer wieder sehr erhellend. Hier wird immer wieder klar, dass die Sprache die Haltung dahinter ausdrückt.  Jetzt gibt es zwei Wege, die Sprache oder die Haltung ändern. Verblüffend, dass beides geht. Dem Gehirn scheint es egal zu sein. Am Ende soll es zusammen passen, um sich echt bzw. authentisch anzufühlen.

Wenn Sie Vertrieb machen, vertreiben sie …   Produkte oder Menschen. Irgendwas oder irgendwer wird vertrieben. Sie machen Druck.

Wenn Sie Nutzen stiften, erzeugen Sie Sog.  Seit vielen Jahren achte ich bei den Unternehmen/Banken, die mich als Trainer engagieren darauf, dass die Berater kaufen lassen, statt verkaufen müssen.

Das ist keine Methodik. Das ist eine Haltung.

Wenn die Haltung vom Nutzen geprägt ist, funktioniert es. Dann sind Sie sich auch sicher, dass Sie für den geschaffenen MehrWert angemessen vergütet werden. Meistens zumindest.

Wenn Sie nur dem Geld des Kunden hinterhereilen, rückt der Nutzen für den Kunden in den Hintergrund und Ihr finanzielles Eigenziel in den Vordergrund. Das merkt „eigentlich“ jeder sofort. An Ihrer Sprache.

Spätestens dann, wenn die Ansprüche im Leitbild nur noch als Story der Marketingabteilung abgetan werden, merken Sie dass Ihr Vertrieb etwas anderes tut, als es das eigentliche UnternehmensZiel einmal war.

Hinterfragen lohnt. Wofür waren wir eigentlich mal gestartet? Wofür sorgen wir bei unseren Kunden?
Und viel zu oft stellen wir dabei fest, dass es mit dem Tagesalltag nur noch wenig zu tun hat. Also: back to the roots. Oder besser noch. Vorwärts zu den Wurzeln.  Was war der eigentliche Antrieb? Was war die ursprüngliche Motivation?Und in welchen Begriffen können wir die angemessen im Alltag nachhaltig verankern?

Schauen wir uns einmal ein paar Formulierungen an:
Statt Leute anzuquatschen wäre es viel angemessener Menschen zu Entscheidungen einzuladen. Als Führungskraft und Trainer machen wir das gemeinsam vor. Die Berater passen sich so oder so an. Wenn wir so denken, und möchten Menschen wirklich und ehrlich zu Entscheidungen einladen, können wir das auch sagen.  Und vorleben.

Da unterschätzen wir oft unsere Wirkung.
Bsp. Reisebüro denken und sprechen wir darüber…
Kunden, Reisen zu verkaufen   oder
Urlaubern, eine gute Zeit zu ermöglichen?

Bsp. Versicherung denken und sprechen wir darüber…
Kunden, Versicherungen zu verkaufen  oder
Menschen, vermeidbare Risiken abzunehmen?

Bsp. Genossenschaftliche Bank denken und sprechen wir darüber…
Kunden, für Termine einzubestellen  oder
Mitglieder, einzuladen, ihre Ziele schneller und sicherer zu erreichen?

Die Formulierungen mögen sich ungewohnt anhören. Schauen Sie einfach einmal in ihrem Bereich, wie wertschätzend und am Nutzen orientiert in Ihrem Einflussbereich kommuniziert wird. Achten Sie einfach bei sich selbst darauf.  Die allermeisten Menschen wollen es ja nur richtig machen, also passen sie ihren KommunikationsStil an den ihrer Chefs an.

Wenn Chefs über Probleme reden, tun auch ihre Mitarbeitenden. Wenn sie über Situationen oder Herausforderungen reden, auch. Es prägt die Kultur des Unternehmens.

In der Schweiz nutzt man manchen Wörter anders.
Da sind Mitarbeiter Mitarbeitende und Studenten Studierende usw. Wie erfrischend besser klingt das für Sie?

Wenn sich KundenBerater dafür bedanken, dass sich der Kunde Zeit für ihn genommen hat, geht es anscheinend davon aus, dass seine Zeit weniger Wert als die des Kunden. Wenn ein Spezialist einen Entscheider trifft und sich beide freuen, dass der gemeinsame Termin geklappt hat, wird wahrscheinlich auch für beide mehr Wert herauskommen.

Sie haben immer mehr Wirkung als Sie denken. Meist sind es Kleinigkeiten, die einen großen Unterschied machen. Ihre Sprache vermehrt sich Wellenartig in Ihrem Einflussbereich. Und damit auch Ihre Haltung.

Viel Erfolg beim Umsetzen Ihrer Haltung in Sprache.