155.000 KM rein elektrisch in 3 Jahren unterwegs.

Resümee nach mehr als 150.000 KM mit dem eAuto
Seit August 2014 bin ich rein elektrisch mit dem Tesla unterwegs. Was hat sich verändert?
Ich hatte ja u.a. den Tesla gekauft, um mir und anderen zu beweisen, dass es selbst für Vielfahrer wie mich mit über 50.000Km beruflich im Jahr unterwegs kein Problem ist, ein eAuto zu fahren. Das ist gelungen!

die Fakten:

  • 155.000 KM ohne Liegenbleiben
  • 35.000KWh ÖkoStrom verbraucht
  • 30to CO2 Ausstoss gespart
  • 7.000€ weniger Betriebskosten im Jahr fürs Auto.
  • 25.000€ weniger Wertverlust wie bei gleich teuren Autos.
  • www.hotel4ev.com aufgebaut. Seit 2015 fast 700  Hotels, Restaurants und FerienWohungen mit Stromversorgung für eAutos.
  • www.emobilitaet-fuer-alle.de initiiert und ein großes Netzwerk aufgebaut, dass sich der Umsetzung eMobilität für viele verschrieben hat

Laden unterwegs – SuperCharger auf der Strecke

Es ist natürlich ein Privileg, sich einen Tesla leisten zu können. Das selbe Privileg haben alle Menschen, die Autos in dieser Preisklasse fahren. Für ganz viele berufliche Vielfahrer mit Firmenwagen in dieser Preisklasse wäre eAutoFahren möglich.  Das war zu beweisen. Der Beweis hat funktioniert. Anfänglich war es noch manchmal schwierig in der RoutenPlanung. Seit 2014 hat Tesla sein Ladenetz mit SuperChargern und DestinationCharging extrem ausgebaut. Eine Routenplanung ist nicht mehr erforderlich. Ich setze mich ins Auto und fahre los. Den Rest erledigt das Navi. Da muss mich mir keine Gedanken mehr machen.

Die anderen Hersteller haben sich ja zu einem Ladenetz zusammen-geschlossen und bauen eine ähnliche parallel Ladestruktur auf. Also wird man auch in 1-2 Jahren mit elektrischen Autos von Porsche, VW, BMW, Mercedes, Audi, Jaguar etc. überall und flächendeckend auf Fernstrecken unterwegs sein können.

Ich persönlich mag öffentliche Ladesäulen nicht. Entweder sind von  Verbrennern zugeparkt, ich habe nicht die passende Karte oder sie sind ausnahmsweise ausser Betrieb. Deshalb ist meine Strategie. LangStrecke  TeslaSuperCharger und regional daheim oder im Hotel laden. Das klappt.

Laden unterwegs – Hotels und Restaurants auf der Strecke

Weil ich beruflich ca. 180 Nächte in Hotels verbringe, habe ich begonnen nur noch Hotels zu buchen, die mir Strom zum Laden zur Verfügung stellen. Anfangs habe ich die einer Liste gesammelt. Es gab kaum verlässliche Verzeichnisse. Auch wenn im Ort eine Ladestation war, wollte ich ja 3 Km zum Hotel laufen. Das machte keinen Sinn. Ich brauchte Hotels, bei denen ich sicher morgens ein vollgeladenes eAuto vor der Tür habe und nicht noch lange hin und her suchen musste. Wenn ein eAuto steht, muss es laden.  Vor allem über Nacht.  Das müsste ja anderen auch so gehen. Und weil es keine Plattform speziell für Hotels gab, habe ich eine gegründet. www.hotel4ev.com. Kostet erstmal eine Menge Geld. Aber das war es mir Wert. Als Beitrag für alle. Da würde sicher auch ein CashBack auf Dauer erzielbar sein. Einträge für Hotels, Restaurants, FerienWohnungen etc. sind erstmal kostenlos, das Benutzen für die eAutoFahrer auch. Werbung gibt es bislang auch nicht. Über eine Kooperation mit Hotel.de und Buchung über Hotel4ev verlinkt auf hotel.de kommen ein paar Euro zu Kostendeckung wieder rein. Mittlerweile ist Hotel4ev mit ca. 700 Hotels in Deutschland die größte Plattform. Es werden täglich mehr User. Für die paar eAutos auf den Strassen ist das schon gut. Hotels bestätigen mir regelmässig, dass sie über Hotel4ev ganz neue Kunden ziehen. “Letzte Woche waren schon wieder 8 Teslas hier. Wo kommen die denn alle her?” begrüsste mich neulich ein Hotelier, der sich ganz bewusst dagegen entschieden hat, Tesla Destination zu werden, weil er anderen Gästen auch nicht eine Tankfüllung zu Übernachtung dazu geben will.

Seit dem es mehr und mehr Hotels auf unserer Plattform gibt, wurde es auch für meine Assistenz einfacher, meine Übernachtungen zu buchen. Jetzt finden sich Hotels auf der eigenen Seite, ohne die halbe Gegend durch zu telefonieren. Damit nicht jeder eine Assistenz braucht, ist es toll, wenn alle eFahrer ihre erfolgreichen eÜbernachtungsOrte bei uns einstellen. So wird es nach und nach immer einfacher.

Blinde reden über Farbe

Interessant sind natürlich die Diskussionen, die ich in der Zwischenzeit zu hunderten geführt habe. Von super interessiert bis zu tausend Vorwände ist alles dabei. In aller Regel reden da Blinde über Farbe. Menschen, die zu 100% mit Verbrennern unterwegs sind, wollen plötzlich Ahnung von eMobilität haben. Viele wollen es wirklich wissen, und für sich Entscheidungen vorbereiten. Für alle solche Fragen bin ich immer offen. Neulich wollte mit jemand erzählen, eAutos wären unwirtschaftlich, weil sie ja zur Not die Batterie leer ist, wenn sie zig-Tage gestanden haben. Und das wäre ja bezahlter  Strom. Solche Leute haben anscheinend noch nie über Wertverlust von Autos, über Reifenverschleiss, Ölwechsel, Stand-By Schaltungen von  Fernsehern etc. nachgedacht. Auch hier verschwindet immer Geld. Für welche Leistung auch immer. Eine Batterie auf 21Grad zu halten,  war für ihn keine Leistung. Das Argument kam vor 150 Zuhörern bei einem Vortrag in einer EnergieGenossenschaft. 15 Min. vorher hatte ich den Menschen dort aufgezeigt, dass sie zwar knapp 200.ooo Ertrag in ihrer Energiegenossenschaft verdient haben, und gleichzeitig das dreifache, nämlich  über 600.000€ an Treibstoffkosten über ihr eigenes Fahrverhalten an Mineralölkonzerne umverteilt haben.

“Für eAutoFahren habe ich zu wenig Zeit” 

Die Diskussion über die Ladezeiten wird deutlich überbewertet. Wer morgens vollgeladen losfährt, hat schon alles gut gemacht. Daheim oder im Hotel vollladen. Immer dann anstecken, wenn Laden bei Parken geht. Das spart jede Menge zur Tankstelle. Wenn man auf Fernstrecken dann alle 200. 300. 400 KM mal für 30-60Min. an den Lader muss, beantwortet man seine Mails, geht Essen, macht seine Telefonate oder allen anderen Arbeiten, die der Verbrennerfahrer, dann eben nach seiner Ankunft macht.

ich fahre  elektrisch deutlich entspannter und ruhiger. Ich rechne einfach mehr Zeit ein. Das hat bisher immer gepasst. Die längste Strecke an einem Tag war von Innsbruck nach Rostock. Im Winter. Da war ich dann mehrfach an SuperChargern. Und wie oft kommt das vor. Laut meinem Fahrtenbuch selten. Und ist das zumutbar, um im Jahr 5-10 to CO2 einzusparen. Ganz bestimmt. Für mich schon.

Neue Menschen

Toll ist auch, dass man andere Menschen kennenlernt. Im Moment fahren eher Verantwortungsbewusste, unternehmerisch handelnde Menschen eAutos. Da ergibt sich aus vielen netten Gesprächen, die an Ladestationen. Es ist sehr schön, den Bekanntenkreis mit positiven Menschen zu erweitern. Menschen, die Neues möglich machen, die etwas verändern wollen, die bereit sind, sich und ihre Erfahrungen einzubringen. Das steigert die Lebensqualität.
Ganz oft nehme ich auf langen Strecken auch Mitfahrer von BlaBlaCar mit. Ganz oft fahren die bei mir mit, weil sie mal Tesla fahren wollen. Hier entstehen oft, sehr interessierte Gespräche. Und natürlich ist auch mit eAutos viel besser, ein voll besetztes statt ein leeres Auto zu fahren. Die Strecken sind auch übers Handy sehr schnell eingestellt. Die Mitfahrer buchen und zahlen über die App. Sicher und bequem.

eAutos kosten deutlich weniger

Verbrenner kann man billig kaufen, muss sie aber teuer fahren. Bei eAutos ist das andersherum. Etwas teurer kaufen und deutlich billiger fahren. Das Fahren mit Fahrtenbuch macht hier für Firmenwagen viel Sinn. Ich fahre seit Jahren ca. 9-12% aller Fahrten privat. 9-12% geldwerten Vorteil von deutlicher weniger laufenden Kosten zu versteuern, macht den Tesla richtig lohnend.
mein Vorheriges Auto hat auch 84.000€ Neupreis gekostet. Der war nach drei Jahren noch 20.000€ Wert, der Tesla noch 45.000€. Der Alte wollte 2mal im Jahr alle 25.000KM in die Inspektion, neben dem Zeitaufwand spart das auch noch 2mal 1.200€. Keine Steuern. Weniger Versicherung. Und selbst wenn ich alle Stromrechnungen mit 30c/KWh bezahlen müsste, würde ich auf 100Km unter 7€ bleiben. Das wird für ein Auto in dieser Klasse nicht leicht.
Nach 150.000 KM 1 Satz Reifen, keine Bremsbeläge, kein Ölwechsel, kein Auspuff, keine Kupplung, keine Stossdämpfer.  Eine kostenlose Inspektion. Ich war ein paar Mal wegen Kleinigkeiten beim Tesla-Service. Immer super freundlich. Immer umsonst. So kannte ich Service nicht nicht bei BMW und ROVER. Und dort habe ich auch alle paar Jahre neue Autos gekauft.

Man fährt anders

Was bei allen eAutos phänomenal funktioniert, ist die Beschleunigung und die Ruhe. Mal eben aufs Gas gehen und ohne jeden Verzug zieht der Wagen ab. Kein KickDown-Nicken. Mal  schnell überholen? Kein Problem. Auf der Landstrasse die wahre Freude. Auf der Autobahn fahre ich zügig mit ca. 140-150Km/h. Im Schnitt brauche ich 23KWh/100KM. (x30c=6,60€ auf 100KM) Beim RangeRover Sport hatte ich 10Lr/Diesel. (x1,10=11€ auf 100KM).
Vorausschauendes gleitendes Fahren lohnt mit eAutos noch mehr als mit Verbrennern. Das Bremspedal bleibt oft untätig. Die Motorbremse funktioniert so gut und präzise, das ich die Bremse nur selten aktiv brauche. Das lädt die Batterie, schont die Bremsbeläge und die Nerven.

In Summe:

eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Sehr zu empfehlen. Fürs gute Gewissen, fürs Klima und für den Geldbeutel.

Was würde ich anders machen?

Ich würde ein paar mehr der verfügbaren Fahrassistenten mitkaufen. Und wenn es ein BuchungsPaket für die Organisation von eHotels unterwegs geben würde, hätte ich das auch gekauft. So bieten wir es eben über Hotel4ev.com an.
Und wenn wir sie nicht selbst gegründet hätten, hätte mich über Angebote wie sie die “EMA eMobilität für alle eG” macht im Vorfeld beraten lassen.