Starten statt Warten. Warum 10 Mio. Menschen jetzt schon emobil fahren könnten. – copy

Es ist erschreckend, wie wichtige Themen zerredet werden. Tun, was funktioniert, wäre der bessere Start. 10 Millionen Pendler könnten sofort eMobil unterwegs sein. Das würde sofort mehr als 15 Mio. Tonnen CO2 Ausstoß verhindern.

Kaum jemand bestreitet die Notwendigkeit, etwas gegen den Klimawandel tun zu müssen. Unter 1% der Deutschen fahren eMobil. und 100% haben eine Meinung dazu. Auf was auch immer die basiert. Realistisch hingeschaut kann man leicht differenzieren. Es gibt zwei Hauptherausforderungen. 1.Tagsalltagstaugleichkeit und 2. den Preis.

Beginnen wir bei der
Alltagstauglichkeit:

Hier gibt es vereinfacht drei Gruppen.
1. Den Langstrecken-Vielfahrer mit Oberklasse eAuto.
Alltagstauglich ist hier nur TESLA. Das weiß ich aus 130.000 KM in 2,5 Jahren eigener Erfahrung. Es wird sicher noch ein paar Jahre dauern, bis die deutschen Hersteller aus ihren Ankündigungen zu Langstrecken eAutos und wirklich schneller Ladeinfrastruktur auch kaufbare Lösungen gemacht haben. Also aktuell nur eine Nische für ein paar tausend TESLA-Fahrer. Und aus CO2-Sicht durchaus ein guter Effekt. Pro 50.000KM spart das eMobil mehr als 5To CO2. Schon wenn der bisherige Verbrenner mit 100gr CO2/Km ausgekommen wäre.

2. Den Mix-Fahrer mit Mittelklasse eAuto. (privat und gewerblich) :
Mal nah, Mal fern. Mal Arbeit, mal Verwandte etc. Gerade dieser Mix ist mit mittelpreisigen eAutos im Moment nicht zu schaffen. Das ist aktuell schwierig. Hier gibt es aus meiner Sicht keine wirkliche gute Lösung. Hier heißt es noch 1,2,3 Jahre warten, bis Mittelklasse-eAutos und die notwendige Ladeinfrastruktur alltagstauglich sind. Hier wird zu Recht am meisten diskutiert. Hier werden Lösungen erwartet, die es noch nicht gibt.

3. den Berufspendler mit Kleinwagen und Mittelklasse-eAuto.
Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung hat zwei Autos. Eines für den Mix-Verkehr – wie oben. Und eines als Zweitwagen für das Pendeln zur Arbeit und Fahrten rundum den Wohnort. Das schafft jedes eAuto. Wenn man sich diese Gruppe einmal genauer anschaut, fällt auf dass 44% ein eigenes Haus haben. Das sind etwa 20. Millionen. Die hätten eine riesigen Vorteil. Sie könnten am eigenen Haus laden. Ganz bequem. Über Nacht. Morgens immer voll losfahren. Die müssten nicht auf öffentliche Ladeinfrastruktur warten. Wenn diese Berufspendler mit eigenem Haus nur den Zweitwagen emobil umstellen, sind das 10 Millionen eAutos, die sofort CO2 Ausstoß einsparen könnten.

Was ist denn mit den ganzen Menschen, die zur Miete wohnen oder in einer eigenen Wohnung? Das ist viel komplizierter. Hier braucht es öffentliche Ladeinfrastruktur, die es noch nicht gibt. Auch bei den Arbeitgebern gibt es zuwenig Lademöglichkeiten, um untertags während der Arbeit aufzuladen. Die Hürde ist aktuell vielfach zu hoch. Hier müssen wir leider auch Geduld haben.

Es lohnt sich mit den Berufspendlern und eigenem Haus zu starten und dann nach und die anderen Hürden zu nehmen. Schritt für Schritt. Starten, mit dem was jetzt funktioniert. Lieber unvollständig beginnen, als perfekt zögern.

Sobald genügend eAutos von Pendlern auf der Strasse sind, wird sich die Infrastruktur nach und nach ergeben. Die Automobilhersteller klagen ja alle über mangelnde Nachfrage nach eAutos.

 

Der deutlich größere Engpass ist der
Preis von eAutos.

Die aktuelle Studie von McKinsey kommt zur Erkenntnis, dass die Menschen, die jetzt schon ein eAuto fahren, eher ein höheres Einkommen haben. Das würde ich aus der empirischen Beobachtung als Nutzer so bestätigen. Wenn es also jetzt um die Menschen mit normalen und niedrigen Einkommen geht, müsse man laut der Studie andere Weg gehen.

Genau dafür haben wir die EMA eMobilität für alle eG gegründet, um möglichst vielen Menschen mit normalen Einkommen den Zugang zur eMobilität zu ermöglichen.
Wir bleiben gedanklich bei der Familie im eigenen Haus, die mit zwei Autos zur Arbeit pendelt und überlegen, was die ein neues Auto kosten würde. Egal ob Verbrenner oder eAuto.

Um sich ein neues Auto zum Preis von 40.000€ leisten zu können, müssen normale Arbeitnehmer – vereinfacht ausgedrückt – etwa 80.000€ Bruttogehalt verdienen. Autos werden privat eben nach Steuern bezahlt. Die Arbeitgeber müssten noch mal -vereinfacht-  20% an Nebenkosten oben drauflegen. So müssten für einen VW-eGolf, einen Opel-Ampera, einen Mercedes B-Klasse, einen BMW i3 oder ähnlich in einer Firma 96.000€ erwirtschaftet werden, damit der Arbeitnehmer sich für 40.000€ einAuto kaufen kann.  Scusi. Aber da helfen 4.000€ Förderung wirklich herzlich wenig. Das ist der falsche Ansatz.

Also was tun? Wir schauen uns das Prinzip von Firmenwagen an. Jeder Arbeitnehmer kann sich einen Teil seines Gehalts als Sachleistung bezahlen lassen. Der Fachbegriff bei Autos wäre “Betriebswagenüberlassung gegen Entgeldumwandlung.” Das ist steuerlich gut geregelt und seit Jahrzehnten bewährt. In aller Regel für die Führungskräfte. Statusdenken.

Jetzt denken wir das einmal neu. Wir denken mal Firmenwagen für ALLE Arbeitnehmer und rechnen das für eAutos durch.  Dann kommen wir zu dem Schluss: Nahezu jeder Arbeitnehmer kann sich sofort ein eAuto leisten, wenn der Arbeitgeber es ermöglicht. Es geht in der Regel sogar noch billiger als der bisherige Verbrenner. Neues eAuto und mehr Geld in der Tasche. CO2.neutral fahren und mit gutem Gewissen mobil. Details dieser sehr individuellen Rechnung erspare ich Ihnen jetzt.  Den Beweis haben wir oft genug erbracht.

In Summe heisst das:
10 Millionen angestellte Pendler mit eigenem Haus können sofort ein neues eAuto statt eines gebrauchten Verbrenners fahren.

 

Welche MehrWerte schafft diese Lösung?
Ökonomisch – Es geht kostenneutral für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Es schafft die notwendige Nachfrage bei den Automobilherstellern und ermöglicht nach und nach die Umstellung auf eFahrzeuge. Es geht sehr bequem, ohne Einschränkung im Tagesalltag oder im Geldbeutel des Arbeitgebers und Arbeitnehmers.

Ökologisch – Es erspart der Umwelt jährlich 15 Mio.to CO2 und Feinstaub. Es sichert frische Luft und spart eine Menge an natürlichen Ressourcen für unsere folgenden Generationen.

Sozial – diese Lösung ermöglichen Millionen von Menschen den Umstieg auf eine nachhaltigere Mobilität. Sie können mit gute, Gewissen wechseln und stolz sein, dass sie etwas für den Erhalt der Lebensqualität für ihre Kinder und Enkel etwas getan haben.

 

P.S. Es gab schon mal eine Zeit, in der niemand etwas gewusst haben will. Heute weiß jeder, was Ressourcenmangel, Feinstaubalarm, Klimawandel, Naturkatastrophen etc. sind. Was werden wir unseren Kindern und Enkel dann auf die Frage antworten, warum habt ihr nichts getan? Ihr habt es doch gewusst?  – Wollen wir wirklich antworten “Tanken war halt so bequem”?